Umbau eines Stalles zu einem Ferienhaus
Auf 1.200 Metern Höhe, eingebettet in die raue und archaische Landschaft der Cottischen Alpen, erfährt ein historischer Eselstall eine radikale und doch feinsinnige Transformation zu einem alpinen Ferienhaus. Für unser Büro ist dieser Ort weit mehr als ein klassisches Bauprojekt: Er fungiert als ständige „Baustelle“ und kreatives Reallabor. Abseits konventioneller Zwänge nutzen wir dieses Refugium, um neue räumliche Fügungen, Materialkontraste und unkonventionelle Detaillösungen 1:1 im rohen Kontext auszuprobieren.
Räumliche Dynamik: Der gedrehte Kubus im Erdgeschoss
Im Erdgeschoss bricht der Entwurf bewusst mit der klassischen, orthogonalen Ordnung der massiven historischen Außenwände. Als zentrales, raumbildendes Element wurde ein in sich gedrehter WC-Kubus in den Grundriss implantiert.
Diese skulpturale Setzung erzeugt eine völlig neue räumliche Dynamik: Die Schlafräume gliedern sich fließend um diesen verdrehten Kern herum. Es entstehen unerwartete Nischen, komplexe Geometrien und spannungsvolle Wegebeziehungen, die das dichte, intime Gefühl einer alpinen Schutzhütte auf zeitgenössische Weise neu interpretieren.
Die große Halle: Minimalinvasive Weite im Obergeschoss
Dem dichten, verwinkelten Erdgeschoss steht im Obergeschoss eine bewusste architektonische Zurückhaltung gegenüber. Die historische Großzügigkeit des ehemaligen Heubodens – die „große Halle“ – bleibt in ihrem gesamten Volumen unangetastet und erlebbar. Anstatt den Raum zu unterteilen, wird die offene Struktur gefeiert.
Die einzige sichtbare moderne Intervention in diesem Geschoss ist das Einsetzen großformatiger Schwingfenster. Sie durchbrechen die dunkle Hülle, fluten den historischen Dachstuhl mit Tageslicht und rahmen das dramatische Bergpanorama der Cottischen Alpen wie lebendige Gemälde. Wenn die großen Schwingflügel geöffnet sind, verschwimmt die Grenze zwischen dem archaischen Innenraum und der alpinen Landschaft vollständig.
Leistungsphase 1-9
2023
Umbau
privat



















